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CESTA: Amigos de la Tierra El Salvador, Fahrradwerkstatt und -verkauf

CESTA: Amigos de la Tierra El Salvador, Fahrradwerkstatt und -verkauf

Tilman ist Vereinsmitglied von Technik und Solidarität und seit Juli 2013 als Freiwilligenhelfer bei „Maya Pedal“ in Guatemala und aktuell bei „CESTA“ in El Salvador. Er berichtet hier über seine Erfahrungen:

CESTA, das Centro Salvadoreño de Tecnologia Apropiada ist, als Mitglied der weltweiten Friends of the Earth Umweltorganisation, in vielen Bereichen engagiert. Unter anderem werden Bauern in den umliegenden Kommunen von San Salvador (Hauptstadt von El Salvador) beim ökologischen Landbau unterstützt und beraten, Projekte zur Bereitstellung und Erhaltung von sauberem Wasser durchgeführt und Protestaktionen gegen Umweltverschmutzung, Entwaldung und Wasserverschwendung von Minenkonzernen und Großunternehmen durchgeführt.

Eine wichtige Einnahmequelle und weitere Aktionsform von CESTA ist Ecobici, ein großes Fahrradlager mit Werkstatt in der Zentrale der Organisation in San Marcos, einem Nebenort von San Salvador. Aus den USA und Kanada erhält CESTA gespendete gebrauchte Fahrräder (u.a. von Bikes Not Bombs), im letzten Jahr ganze 9 Container. Die Fahrräder werden vor Ort repariert und zu günstigen Preisen verkauft.

In der Werkstatt, in der die Räder gerichtet werden, arbeiten meist etwa 10 Jugendliche aus ganz El Salvador, die 2mal jährlich zu Fahrradmechanikern ausgebildet werden. Bei bestehendem Interesse werden sie nach der Ausbildung bei der Eröffnung eigener Fahrradwerkstätten in Ihren Heimatorten unterstützt. Damit verfolgt CESTA das Ziel, einerseits den Jugendlichen eine Einkunftsmöglichkeit zu geben und andererseits die Infrastruktur für Fahrräder und die Verbreitung des Fahrrads als Verkehrsmittel in El Salvador zu fördern.

In 2013 konnten ca. 80 Räder pro Monat repariert werden, also nicht ganz 1000 pro Jahr.

Die Ordnung, mit der gelagerte Räder und Reparaturmaterialien gehandhabt werden ist hier ziemlich vorbildlich:

Jedes Rad wird einer Containerlieferung zugewiesen und bekommt eine Nummer. Wer neue oder gebrauchte Ersatzteile für ein Rad braucht, muss einen Zettel mit Radnummer, Lieferung und benötigten Teilen sowie Unterschrift des Werkstattleiters bei der „Bodega“ abliefern, die sämtliche Ersatzteile lagert. Die vorhandenen Ersatzteile sind auf einem Rechner gespeichert und werden laufend aktualisiert.

Die Räder verkaufen sich recht gut, da sie entweder bessere Qualität oder im Vergleich zu den lokal verkauften Mountainbikes „made in China“ zumindest gleiche Qualität haben und günstiger sind.

Zum Vergleich: ein neues MTB kostet im Supermarkt 80$, aufgearbeitete kanadische MTBs gibt’s ab 50$ bei CESTA.

Wie auch in Guatemala werden Fahrräder gerne als Transportmittel benutzt… man sieht des öfteren zu Transportdreirädern umgebaute Räder, bei denen Gabel und Vorderrrad durch einen Transportkäfig mit zwei Rädern getauscht wurden oder Räder mit vorne an den Rahmen geschweissten Halterungen für riesige Transportkörbe. Besonders in abgelegenen Regionen, wo die Leute Ihre Hütten oft an Hauptstraßen entlang bauen, sieht man viele Räder.

In den Städten sind Fahrräder aber leider relativ selten zu sehen, was wohl am starken Autoverkehr bei oft relativ engen Straßen liegt. Insgesamt hat das Fahrrad in El Salvador aufgrund der starken Dominanz des Autoverkehrs eine im Vergleich mit Guatemala eher geringere Relevanz, trotzdem werden Fahrräder überall als Transportmittel/Verkaufsstände eingesetzt. Der Kampf für die Rechte von Radfahrern auf den Straßen ist hier gerade erst in den Anfängen begriffen was angesichts der nicht allzuweit zurückliegenden Bürgerkriege und weitaus dringender Probleme wie Bandenkriminalität, Probleme mit der Wasserversorgung in manchen Landesteilen oder großflächiger Abholzung der Wälder leicht verständlich ist.

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