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Sonntagsausfahrt mit Togos Radsportelite

Sonntagsausfahrt mit Togos Radsportelite

„Yovo! Yovo!“ toent es oftmals wenn man als „Weisser“ auf den Strassen Lomes unterwegs ist. Und dies kann eine anstrengende Erfahrung sein, wenn man taeglich zigmel darauf reagieren muss. Auf der anderen Seite eroeffnet es natuerlich die Moeglichkeit schnell mit Leuten in Kontakt zu kommen. So habe ich zum Beispiel die Bekannschaft mit Aurelle gemacht der in Lome einen Radladen hat und zudem professionell Rennrad faehrt. Er ludt mich sodann auch gleich zum Radfahren ein: Jeden Sonntag trifft sich die Radsportelite Togos vor dem Lycee Technician auf der Strasse in Richtung Kpalime, fuer eine 80 bis 100 Kilometer Ausfahrt. Da ich ja mit einem MTB unterwegs bin fragte ich ihn ob ich nicht ein Rad von ihm leihen koenne. Leider hatte er kein vollstaendig aufgebautes in seinem Laden, aber kein Problem er kann mir ja eins aufbauen. Meine Wahl fiel auf ein aerodynamisch geformten, unterverchromten Pinarello Stahlrahmen. Auch fuer Aurelle ein „velo ancien“ aber mangels Alternativen musste es eben ein Stahlrahmen sein. In der Tat arbeitet er gerade am Umbau eines Mountainbike Alurahmens zu einem Rennradrahmen. („on transform le cadre VTT au velo de course“) Wow, da werden dann mal eben Anloetteile aus Stahl an den Alurahmen geschweisst, die Ausfallenden neu justiert und je nachdem noch ein paar weitere Operationen vorgenommen. Zudem bekommen auch die professionellen Fahrer Togos keine Unterstuetzung von ihrem Radsportverband. Alles was man braucht wird ueber Importeure im Hafen abgewickelt. Dafuer tun sich oftmals mehrere Radlaeden zusammen um sich gemeinsam einen Container von einem Mittelsmann der in Europa oder Amerika zu kaufen. Oder es wird improvisiert und mangels Rennradbremsschalthebel werden eben Mountainbikeschalthebel am Rennlenker montiert.
Los gings um sieben Uhr am Sonntag Morgen, insgesamt 20 bis 30 Fahrer verteilten sich schnell ueber mehrer Kilometer, das Tempo war eher gemaechlich. Es wurde viel gelacht, angehalten, Spaesse gemacht. Fast alle im Feld haben schon einmal an der Tour du Togo oder Tour du Faso (dem groessten Radrennens Afrikas) teilgenommmen und ich war erstaunt dass ich so gut mithalten konnte. Bei Kilometer 40 ist dann das vordere Feld umgedreht und hat nach und nach die Nachzuegler wieder aufgesammelt. Das Tempo wurde forciert der Wind blies von vorne aus Richtung Lome und irgendwann riss das Feld auseinander, bei bis zu 46kmh im Flachen kein Wunder. Die Radsportelite Togos kann also doch schnell, ich hatte mich schon gewundert. Ich fand mich in einer Gruppe mit lauter Fahrern auf Stahlrennraedern am Ende des Feldes wieder, vielleicht lags also doch am Rad!

1 Comment

  1. axel says:

    Hallo Clemens,

    auf diesem Wege möchte ich mich für die tollen Berichte bei Dir bedanken . Sie sind sehr informativ und schön zu lesen. Ich freue mich auf die noch kommenden Einträge.

    Liebe Grüße

    Axel